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"Der lange Strumpfstricker von Eschbach" - Aufführung der Eschbacher Bauernspiele 1947

Der Eschbacher Wolf Becker wird auf dem Weg zur Frankfurter Messe von den Werbern des Soldatenkönigs nach Potsdam entführt und in den Dienst gepresst. Als seine Frau Jeannette davon erfährt, macht sie sich ebenfalls auf den Weg nach Potsdam ...


(08.06.2009)Ich habe also wirklich vor, diese mehr als 500 km zu Fuß zurückzulegen und stelle heute das erste Mal öffentlich meine Idee vor:

Die Reise wird etwa 3 - 4 Wochen in Anspruch nehmen. Ich möchte weder im Winter noch im Hochsommer wandern. Ideal wäre aus meiner Sicht das Frühjahr oder der Herbst. Im Moment konzentriere ich mich auf einen Termin im Mai/Juni 2010 (mit Start Himmelfahrt oder alternativ 01. Mai) 

Unterwegs möchte ich an den verschiedenen Orten erzählen, für Groß und Klein, Kinder und Erwachsene ... vielleicht in Schulen, Kindergärten, Krankenhäusern, Altenheimen o. ä. - oder aber auch auf öffentlichen Plätzen. Erzählen ist für mich an keine besondere Bühne gebunden. Die Veranstaltungen sollen kostenlos sein - ich freue mich allerdings über Angebote zur Übernachtung oder eine Einladung zum Essen oder über eine kleine Spende für meine Reisekasse ... Ich werde versuchen, mich so auf die Reise zu begeben wie die "Beckerin" auch, einfach gewandet, nur mit einem Bündel Kleidung und einem Reisekästchen mit wenig Geld und persönlichen Papieren. 

Vielleicht klingt das alles ein wenig verrückt (mit feiner Ironie bemerkte meine Familie: "Viel Spaß!"), aber manchmal muss eben auch eine Frau tun, was eine Frau tun muss ;-)

Und vielleicht gibt es ja auch Menschen, die mich unterstützen ... Menschen, die:

* mir Verbindungs- und Wanderwege zwischen den Orten abseits der
   Autostraßen beschreiben,
* mir einfache und preiswerte Unterkunftsmöglichkeiten vermitteln,
* mir unterwegs die Erzählveranstaltungen vermitteln,
* mich vielleicht ein Stück des Weges begleiten möchten
   (wandernd, erzählend oder gern auch musikalisch!)
* mir Wünsche erfüllen, die ich vielleicht gar nicht ausgesprochen habe ;-)


(10.06.2009) E-Mail-Gespräch mit meiner lieben Freundin Connie Albers (mit der ich auch schon gemeinsam Erzähl-Workshops durchgeführt habe):

"Deine Idee mit der Geschichtenwanderung finde ich genial! Du traust dich was! Am liebsten würde ich mitkommen. Aber was könnte ich dazu beitragen? Nichts, was ich feil bieten könnte. Musikinstrument kann ich keines spielen, außer Triangel vielleicht. Wir könnten Moritaten singen zu deinen Geschichten. Gar grauenhafte!"

Ich antworte: "Hey, wenn Du mich auf meiner Wanderung nur ein Stück begleiten willst, dann mach das doch ... vielleicht die ersten ein bis zwei Etappen ... bis Butzbach oder bis Lich oder bis Grünberg. Es braucht nur einen Schritt. Ich würde mich freuen. Wir könnten doch gemeinsam erzählen, erfundene Geschichten, ABC-Geschichten oder Was-wäre-wenn-Geschichten oder nach Stichworten, die uns das Publikum zuwirft. Eine Triangel hab ich übrigens auch und Klanghölzer und so Samba-Rasseln (ein Kinderset, das in jeden Rucksack passt)..."

Außerdem schreibt mir meine kreative Kollegin Heike Thormann:

"... das finde ich super, klasse! Ich sagte ja schon mal, dass bei mir da
auch irgendwie eine Saite anklingt. Momentan ruht sie noch. Aber Dir
halte ich die Daumen.

Du bist leider nicht in meiner Ecke, sondern könntest Du hier immer
gern nächtigen und Dich "durchfuttern". ;-) Und leider kenne ich auch
niemanden entlang Deiner Route. Aber, genau, eine Frau muss tun, was
eine Frau tun muss. :-) ..."

Vielleicht laufe ich ja irgendwann auch mal an die Nordsee und ich bin sicher, dann hält sie ihr Wort!


(19.06.2009) Eine Teilnehmerin meines Workshops  schrieb zu einer Aufgabe:

Der Perfektionist wird symphatisch, wenn er auch mal Schwächen zeigt.

Das musste ich jetzt mal dick hier hineinsetzen. Danke!

Das ist es auf jeden Fall. Und wenn wir dann auch noch sagen können, dass die Schwäche uns nicht schwach macht. Manchmal sorgt sie einfach nur für den Ausgleich. Manchmal gibt sie uns einen Hinweis darauf, welche unserer Stärken besonders wichtig ist. Unsere Stärken und Schwächen wirken nämlich einander entgegen, wie Pole.

Bei meinem täglichen Training zu meiner Geschichtenwanderung fiel mir das nämlich auf: Meine Schwäche ist auch, dass ich immer möglichst alles wirklich perfekt und möglichst schnell und sofort machen möchte. Ich werde auf meiner fast 500 km langen Wanderung lernen, dass ich eben nicht alles sofort erreichen kann und dass es auch manchmal langsam gehen muss. Ich könnte z. B. wie diese Woche mit dem Fuß umknicken. Das kann ein Grund sein, die Tour abzubrechen, es muss aber nicht. Ich könnte z. B. auch wieder aufstehen, ich könnte etwas langsamer machen und trotzdem Schritt für Schritt weiter laufen. So wie ich es diese Woche getan habe.

Genau das ist sie, eine meiner größten Stärken: ich bin beständig und ausdauernd. Wenn ich mir ein Ziel gesetzt habe und es noch so lange braucht, bis ich es erreiche, ich bleibe dran. (Und dann fällt mir wieder ein, dass ich nicht besonders sportlich bin, aber der Ausdauerlauf immer die Disziplin war, in der mich alle Mitschüler bewundert haben.)


(29.06.2009)
„Ihr glaubt, Ihr kennt das Meer?
Natürlich, jeder kennt das Meer.
Und jeder weiß, das Meer ist blau.
Manchmal ist es hellblau wie der Himmel, manchmal dunkelblau wie Tinte und manchmal hat es türkisfarbene Streifen.


Und im Meer leben (dank dem Sauerstoff, von dem ich nicht vergessen darf zu erzählen) viele Fische, solche die jeder kennt und solche, die geheimnisvoll sind.

Es leben aber auch Tiere im Meer, die schwimmen können wie Fische und trotzdem keine sind. Wisst Ihr, welche Tiere ich meine? Genau, Wale und Delfine und Seepferdchen. Und es gibt Tiere, die sehen aus wie Pflanzen. Das sind die Korallen. Korallen bilden Riffe. 
 
In einem dieser Riffe zwischen Seegras und Algen verbarg sich das erste Geheimnis unserer Geschichte: ein abgestürztes und versunkenes Flugzeug. In diesem Flugzeug lebte der kleine Krebs Eddy. Eddy war wirklich ein kleiner Krebs, gerade so groß wie ein Flummy. Genauer gesagt, wie ein orange-roter Flummy.“

So beginnt die Geschichte "Meeresgeheimnisse", die ich  auf dem Sommerfest der Grundschule meines Sohnes gemeinsam mit den Kindern erfunden habe. Gerade jetzt, wo ich diesen Beitrag hier schreibe, liegen die dazugehörigen Bilder der Jungen und Mädchen vor mir, die so viele lebendige Details enthalten ... ein Krake und Quallen, Haie und Delfine, Muscheln und Schnecken.

Eine großartige Geschichte ist es geworden, ich hatte während der Veranstaltung immer wieder Teile erzählt, die wir schon „zusammengewebt“ hatten, wenn neue Kinder dazu kamen, die „mitweben“ wollten und immer wieder „kam ein neuer Faden mit hinein“. Das Foto hat Maria ganz spontan in der "Geschichten-Jurte" als Erinnerung gemacht. Der Spaß ist den Kindern anzusehen - meine ich.

Und in dem Moment, als ich sie aufschrieb, stand für mich fest ...
mein „Kamishi Bai“ (Tischtheater) und diese Geschichte muss unbedingt mit auf meine Geschichtenwanderung nächstes Jahr. - Also, wer mich dann auf meiner Wanderung trifft, der wird erfahren, welche Abenteuer der kleine orange-rote Krebs besteht, um sich seinen sehnlichsten Wunsch zu erfüllen.

Übrigens, heute morgen fiel mir nicht zum ersten mal etwas auf, was sich für mich beim Laufen im Wald geändert hatte. Da ist zum einen die Tatsache, dass ich früher geglaubt hatte, ich könne keine langen Wegstrecken alleine wandern, ohne dass ich ein Radio o. ä. mit Kopfhörern dabei habe. (Früher habe ich auch im Büro immer mein Radio angehabt, auch das ist nur noch sehr selten so). Seit über einem Jahr gehe ich nun sozusagen mit „offenen Ohren“ durch die Natur und es ist einfach phantastisch. Ich vermisse nichts!

Und dann ertappe ich mich heute plötzlich dabei, dass ich mich wieder wie ein Kind verhalte. Ja, wirklich! Ich laufe nicht mehr einfach die Strecke ab! Es interessiert mich nicht, in welcher Zeit ich das schaffe oder ob ich jetzt schneller oder langsamer als noch vorige Woche gewesen bin. Ich genieße es zum Beispiel, dem Specht-Pärchen hinterher zu sehen, dass sich vor mir hinter dicken Bäumen versteckt. Ich entdecke die ersten Himbeeren und nasche davon. Hat da nicht was geraschelt? Ich bleibe stehen und schaue hinter mich, lausche  und suche mit den Blicken das Unterholz ab, ich fange wie aus heiterem Himmel an zu singen, einfach so für mich alleine ... ganz so wie ein neugieriges, verspieltes, unbefangenes und  trödelndes Kind. Nur mit einem Unterschied: Heute schaut mich niemand vorwurfsvoll an, wenn ich etwas später zurück bin ;-)


(04.08.2009) Mit Beginn der Ferien sind mein Mann, unser Sohn und ich erst einmal mit dem Wohnwagen in den Urlaub gefahren. Bei überwiegend sonnigen Wetter fiel es mir leicht, einen "Arbeits-Urlaub" daraus zu machen. Auf den Campingplätzen habe ich erzählt (Nach Ahrensberg an den Drewensee werde ich nächstes Mal mein Erzählerzelt mitnehmen, das habe ich gleich verabredet). Dann waren wir ja auch auf dem Webermarkt in Haslach an der Mühl und habe gemeinsam mit Ingrid, Marianne, Frank und Karin aus meiner Goldmund-Erzählergruppe für Kinder eine Erzählwerkstatt durchgeführt. Mein Sohn Richard war dabei der "Geräusche-Meister" - ich wusste gar nicht, was für ein Experte er ist!

Und dann war es so weit: Wieder zu Hause angelangt, packte ich alles, was "frau" so für das Mittelalter-Lagerleben braucht zusammen und schlug mein Geschichtenerzähler-Zelt das erste Mal für ein ganzes Wochenende auf einem Mittelaltermarkt auf.

Die Fotos sind von "LOKKI" aus Oberursel, der mich gleich für meinen nächsten Event am 08. August in Nidderau-Ostheim eingeladen hat. Hier erzähle ich gerade die Geschichte von "Eddy, dem Krebs" mit dem Kamishibai.

 Zunächst nahmen nur zwei Kinder neben mir Platz. Es dauerte aber nicht lange. Nach und nach kamen weitere Zuhörer herbei. Besonders schön finde ich es immer wieder, wenn Eltern gemeinsam mit ihren Kindern sich setzen. Wie leicht fiel mir das Erzählen, wenn ich in die aufmerksamen Augen blickte - auch bei meiner "Gute-Nacht-Geschichte" am Samstag-Abend.

Es hätte kein besserer Start sein können.
Die 1. Oberurseler Feyerey der Ursellis Historica war ein unvergessliches und wundervolles Erlebnis!

Ich habe erlebt, dass es nicht darauf ankommt, dass die Gäste eines Mittelalterspektakels wirklich überwiegend gewandet sein müssen. Wenn Veranstalter und Gäste gleichermaßen die Begeisterung in sich tragen, dann bringt das eine Atmosphäre, die unvergleichlich ist. Mir sind im Laufe der drei Tage mehrmals vor Rührung die Tränen gekommen, ich habe eine Gänsehaut gehabt (sobald die Trommeln und Sackpfeifen von "Tumultus Simplex" und "Fiesematenten" erklangen und auch bei der beeindruckenden Feuershow) und viele wundervolle Menschen haben mich darin bestärkt, dass ich ganz ich selbst sein kann.

Auch im nächsten Jahr werde ich garantiert bei dieser Veranstaltung dabei sein! Und dann habe ich sicherlich eine ganze Menge neuer Geschichten auch von meiner Wanderung im Gepäck.


(14.08.2009) ... so wie es vor 300 Jahren noch notwendig war, brauche ich ja nicht. Doch so ein amtliches Dokument kann vielleicht sehr nützlich sein ... und deshalb freue ich mich sehr darüber, dass mich der Schmittener Bürgermeister Marcus Kinkel heute mit einem Referenz-Schreiben zur Vorlage bei den Gemeinden und Tourismus-Büros meiner Tour "ausstattete". Und persönlich fügte er hinzu: "Natürlich unterstütze ich Sie sehr gerne bei Ihrem interessanten und ambitionierten Vorhaben."
Inzwischen habe ich mir auch schon einiges Kartenmaterial zur Strecke besorgt und die erste Etappe detailliert festgelegt. Mein Weg wird mich vom Treisberg über Hunoldstal, Merzhausen, Wilhelmsdorf, Eschbach (wie könnte es anders sein), Maibach, Münster und Hochweisel nach Butzbach führen.

Und ausgestattet mit festen knöchelhohen Wanderschuhen fällt mir das tägliche Training auch jetzt leichter.


(01.09.2009)
Auf dem Burgspektakel in Oberreifenberg habe ich mit vielen Menschen auch über meine Geschichten-wanderung gesprochen. War allen erst einmal die Überraschung ins Gesicht geschrieben, so bekam ich doch sehr, sehr viel Zustimmung für mein Projekt. Das macht mir Mut! Genauso wie diese Mail:

"Balou und ich wären gerne bei einer Etappe dabei. Melde Dich! Unterstützung können wir Dir geben: seelisch, moralisch, mit Herz und Hirn. Und einen Platz für die Nacht - da werden wir Dich ebenfalls unterstützen. Bewundere Deinen Mut, Deinen Elan und Deine Power! ..."
(aus einer Mail von Dagmar Weyerhäuser) - Ehrlich, manchmal bekomme ich selbst großen Respekt vor meiner Power, hab ich mir dabei gedacht.

Besonders gut sind auf dem mittelalterlichen Markt meine "Erzähl-mir-was-Pfandbriefe" angekommen. Ich freue mich sehr darüber, dass diese Impulse für Erinnerungen an eigene biografische Erlebnisse zu ganz wunderbaren Erzählungen motivieren ... und wenn es nur das Schmunzeln beim Lesen ist. "Erzähl mir was darüber, wie Du zu Deinem Vornamen gekommen bist und was er bedeutet.", fragte ich z. B. unseren Burgvereinsvorstand Jürgen (Marcel) Fischer und es war ein Genuss ihm zuzuhören. Irgendwie haben die Menschen auf solchen Veranstaltungen weniger Scheu davor, von sich zu erzählen. Hier sehe ich auch echtes Leuchten in den Augen. Ein Händler erkannte übrigens die kleinen "Brieflein" sofort wieder. Sein Sohn, der zu meinen kleinen ritterlichen Beschützern bei der Oberurseler Feyerey gehörte, hatte schon eines bei ihm eingelöst. ;-)

Außerdem habe ich diese Woche 30 Briefe mit PR-Mappen an die Gemeinden und Touristenbüros auf meiner geplanten Wanderstrecke verschickt und eine erste Presseinformation veröffentlicht (siehe oben).

Ganzheitlich unterwegs sein -
Diese Anzeige wird in einem Flyer des Netzwerkes Ganzheitlichkeit auf der Messe "Welt der Familie" in Saarbrücken (12.09. - 20.09.2009) erscheinen. Ich danke Sabine Piarry und
Ute Storch herzlich für die Gestaltung und Umsetzung zu einem Sonderpreis.


(17.09.2009) Heute habe ich Nachricht aus dem Werratal erhalten - von der Tourist-Information Eschwege - Meißner - Meinhard - Wanfried:

" ... schön, dass Sie auf "Geschichtenwanderung" gehen wollen und ein Etappenort in 2010 auch Wanfried sein wird. Wir, als zuständige Tourist-Information für die Stadt Wanfried, haben inzwischen Kontakt mit dem Kultur- und Verkehrsverein aufgenommen.  Ich hoffe, dass Ihre Veranstaltung dort mit ins Programm passt und Sie die entsprechende Unterstützung erhalten. Ich werde Sie wieder informieren, sobald ich weiß wie es geht.  Schon jetzt wünsche ich eine erlebnisreiche Geschichtenwanderung ..."

(30.09.2009) Aus Wanfried kam heute eine neue eMail von der Märchenerzählerin Ute Baden:

"... dass wir bzw. ich sehr daran interessiert sind/bin, dass Sie bei uns in Wanfried Ihre Geschichten erzählen und sich unsere Geschichten rund um Wanfried, Frau Holle und den Brombeermann anhören.  Großes Interesse habe ich bzw. wir an: 'Die Geschichten-Krämerin erzählt.....'. Könnte mir auch gut einen Zusammenarbeit mit dem hiesigen Kindergarten vorstellen. Auch für Kost und Logis wird für Sie gesorgt werden. "

Meine Freude ist riesengroß, dass ich so herzlich eingeladen werde!!! Und den Brombeermann will ich Euch doch gleich mal zeigen.

(01.10.2009) Und heute habe ich per Post Antwort vom Magistrat der Stadt Waldkappel erhalten - mit der Empfehlung, mich an das dortige "Lokale Bündnis für Familie" zu wenden. Natürlich schrieb ich gleich eine Mail an den Ansprechpartner. Herr Alexander Frank
rief mich sofort an ... welch ein Zufall, kam er aus dem "Erzähl-Café", das dort an jedem
1. Donnerstag im Monat stattfindet. Und genau dafür wäre es doch etwas ... Zwar wird es mit dem 1. Donnerstag im Mai nichts werden, aber ich habe ihm versprochen, dass ich ihm bis November den Tag nennen werde, an dem ich in Waldkappel Station mache.


(06.10.2009) Nachdem ich nun die erste Etappe an mehreren Tagen in kleineren Abschnitten abgelaufen bin (hab mein Auto immer auf einem Parkplatz abgestellt, bin so etwa 5 km gelaufen und dann über einen anderen Weg wieder zurück), hab ich mich entschlossen, gleich zu Anfang eine zusätzliche Etappe einzuplanen. Mehr als 25 - 26 km sollen es pro Tag nicht mehr werden.

Auch mein Streckenabschnitt durch den Knüllwald (Oberaula - Rotenburg a. d. Fulda) macht mir Sorgen. Nachdem ich mir nun die entsprechende Wanderkarte genauestens angesehen habe, war ich schon mal froh, einen durchgehenden Wanderweg gefunden zu haben ... nur dass dieser über den höchsten Berg führt und somit die ca. 30 km nicht in einer Etappe zu bewältigen sind.


(18.10.2009) "Auf der Wanderschaft erzählen uns die verschiedensten Orte ihre Märchen und Sagen lebendiger und eindringlicher, als es jedes Buch auch nur annähernd tun kann." 

Foto: Connie Albers

Hier stehe ich also an der Stätte, an der vor über 60 Jahren der "Lange Strumpfstricker von Eschbach" im Rahmen der Eschbacher Bauernspiele aufgeführt wurde.

Das habe ich heute erlebt, als ich mich erstmals auf eine Tageswanderung begeben habe ...
ganz so, wie ich es dann auch im nächsten Jahr tun werde:

Mit Rucksack, gewandet und gegürtet,
mit Marktfrauen-Pulswärmern und heißem Kräutertee, mit "Erzähl-Lust-Pillen" im Tonfläschchen und "Erzähl-mir-was-Pfandbrieflein", mit der "Schneeseekleerehfee" und meinen Finger-Mäusen "Alexandra und Fredrick" ...


... und in Begleitung meiner lieben Freundinnen Dagmar und Connie (nicht zu vergessen "Balou", den braven vierbeinigen Begleiter von Dagmar), die extra für mich am heiligen Sonntag früh aufgestanden sind, um mit mir um 09:00 Uhr den Treisberg zu verlassen (Dagmar ist extra dafür über 250 km angereist und hat bei Connie übernachtet!!!). Obwohl es empfindlich kalt war, schien uns ansonsten der Himmel wohlgesonnen. Die Sonne ließ die herbstliche Landschaft auf das Beste erstrahlen und zu unserer Rast in Merzhausen packten wir alle reichlich auf den Tisch zum Frühstück. Auf meine Erzählungen bekam ich als Dank einen Mini-Kurs in hessischer Aussprache.

Zwischendurch, so etwa nach 6 km, klingten sich meine Begleiterinnen aus, um per Auto zu den "Eschbacher Klippen" zu fahren. Verständlich für mich und überhaupt nicht tragisch. Guten Mutes schritt ich allein den weiteren Weg ab, mit einer zweiten kurzen Rast kurz hinter Wilhelmsdorf (ein verhältnismäßig junger Ort mit interessanter Entstehungsgeschichte). Und ich muss sagen, es ist wirklich prima gelaufen. Ich bin nicht einmal groß ins Schwitzen gekommen, so hatten die kühlen Temperaturen auch etwas für sich.

Allerdings könnte das Erzählen im Freien von einigen als ungemütlich empfunden werden. Nicht so von meinen Zuhörern heute - außer Connie, Dagmar, Kerstin und Herbert (von den "Reifenberger Härmleins") gesellten sich noch andere zufällige Wanderer zu uns und lauschten meiner Erzählung vom "Langen Strumpfstricker aus Eschbach". Es war einfach schön vor dieser Kulisse. Und sogar eine herzallerliebste Gesangseinlage von einem vielleicht 3jährigen Mädchen bekamen wir zu hören.

Ach ja: Connie und Dagmar brachten mir noch ein besonderes Geschenk mit. Sie waren zwischendurch in der "Eschbacher Katz" eingekehrt und hatten die Bedienung darum gebeten, die Speisekarte um eine Seite zu "erleichtern" ... nämlich die, auf der die Sage steht, warum dieser Ort im Volksmund "Katzeneschbach" genannt wird. Die Geschichte war mir schon bekannt, nun habe ich sie jedoch in einer Form, wie ich sie leicht auf meine Erzählwanderungen mitnehmen kann ... als gerollte "Depeche".

Vermisst haben wir nur den Reporter der "Taunuszeitung", der sich eigentlich vorher angekündigt hatte, einen Teil der Strecke  oder an den Klippen dabei zu sein ... ob es ihm zu kalt war ;-)


(09.11.2009) Jedes Jahr am 2. Sonntag im November wird in der Lutherstadt Eisleben der Geburtstag des großen Reformators mit einem speziellen Fest begangen. Ich hatte in diesem Jahr die Ehre, dabei zu sein. Wie ich dazu gekommen bin? Nun, nachdem ich die Städte meiner Geschichtenwanderung angeschrieben hatte, meldete sich eine sehr nette Frau aus der Stadtverwaltung Eisleben bei mir. Sie hätten gern noch ihr Familien-Unterhaltungsprogramm um eine Geschichtenerzählerin erweitert ... und da ich ein eigenes Zelt habe, wäre das doch ideal. Ich fühlte mich unheimlich geehrt und ...

begeistert war ich auch, als ich hörte, dass Gerhard Schöne am Abend ein Konzert geben wird. Um es vorweg zu nehmen, mein Sohn war es auch: "Mama, da kann ich ja dem Ben erzählen, dass ich Gerhard Schöne live gesehen habe ..." Ja, er hätte ihn fast anfassen können und er hat alle Lieder, die er kannte, mitgeträllert. Dass ich mitgesungen habe, versteht sich von selbst. Schließlich haben mich einige seiner Lieder zu Erzählungen inspiriert.

Der historische Geburtstags-Markt in Lutherstadt Eisleben zu Füßen des Lutherdenkmals, Rathaus und unweit der St.-Andreas-Kirche (in der ich am Vorabend schon einem Festkonzert lauschte) ist ein kleiner, aber mit viel Liebe und Begeisterung von der Stadtverwaltung organisiertes traditionelles Fest. Alles war für uns auf das Beste vorbereitet, wir wurden sehr freundlich und kompetent eingewiesen. Stromanschluss war vorhanden. Stroh als Sitzgelegenheit für die Zuhörer im Zelt wurde wie vorab abgesprochen bereitgestellt und
auch beim Abbau wieder abgeholt. Die Helfer der Stadt kehrten auch alles zusammen, so
dass mein Zelt wirklich sauber und trocken wieder eingepackt werden konnte. Betreung
also 1A!

Neben den geplanten Erzählveranstaltungen in meinem Zelt durfte ich dann auch noch an der Geburtstagstafel direkt teilnehmen. Ich bedankte mich bei der Stadt und besonders Martin Luther, seiner Frau Katharina von Bora, seinen Eltern Hans und Margarete Luder sowie allen Festgästen mit einer besonderen Geburtstagserzählung ... welch ein erhebendes Gefühl, erstmals über den ganzen Markt einer Stadt gehört zu werden.

Da freue ich mich schon, wenn ich nächstes Jahrwieder dort so gastfreundlich empfangen werde. Übrigens, in meiner Unterkunft (eine ausgewiesene Herberge für Wanderer des Jakobsweges) fand ich eine Anregung für eine künftige Geschichte ... die Sage, wie der Kupfer-Bergbau vor über 800 Jahren im Mansfelder Land entdeckt wurde. Und ... es haben sich für mich sehr liebe neue Kontakte gezeigt. Demnächst werde ich sicher über weitere geplante Veranstaltungen meiner Geschichtenwanderung berichten können.


(20.11.2009) Heute ist in der Taunuszeitung der Vorbericht zu meiner Geschichtenwanderung von Frank Saltenberger erschienen. Er hatte mich vor einigen Tagen in einem längeren Interview sehr interessiert befragt. Insbesondere freue ich mich, dass er in seinem Artikel auch deutlich machte, dass es für mich KEIN "Sinn-Findungs-Projekt" ist. In diesem Zusammenhang hatte ich gestern auch ein Erlebnis:

Ein von mir geschätztes Mitglied des Burgvereins gestand mir in einem Gespräch, sein erster Eindruck von mir wäre gewesen "Mann, wie setzt diese Frau SICH in Szene." Tja, es ist wohl schon so, dass dieser Eindruck oft bei mir entsteht. Und ich möchte nicht leugnen, dass dies für mich auch angenehm sein kann. Es erzeugt Aufmerksamkeit, Aufmerksamkeit für eine bestimmte Sache, Situation oder als "Beleuchtung" von Erwartungen der Menschen, die mir am Herzen liegen. Wenn ich jedoch erkenne, dass andere aktiv dabei sind, sich begeistern und dies auch erfolgreich zu sein verspricht, dann ist es mir sehr recht, wenn die Aufmerksamkeit von meiner Person wieder abgezogen wird ... es geht mir nicht um mich!

Ein früherer Chef, der vor 10 Jahren über meinen Weggang hierher nach Hessen ziemlich schockiert war, meinte damals lapidar: "Kein Mensch ist unersetzlich." Stimmt! Das ist genau eines meiner Prinzipien: Mein Leben ist ein Weg, auf dem ich Menschen für eine bestimmte Zeit begleiten darf. Ich freue mich darüber, wenn ich Verbindungen schaffen kann und das, was ich zu schenken habe, ein wenig in Erinnerung bleibt - egal wo ich gerade bin.


(06.12.2009) Inzwischen habe ich mir ein zweites Paar Wanderstiefel zugelegt, die ich jetzt auch schon abwechselnd mit den anderen einlaufe. Außerdem hat mir das Wetter an einem der letzten Tage gezeigt, dass ich unbedingt einen Regenumhang brauche. Ein Cape, wie es die Radfahrer verwenden, erscheint mir da das geeignete zu sein.

Und ... heute hab ich ein Maßband aufgehängt, denn es sind nur noch 150 Tage ... und jeden Tag wird es 1 cm kürzer.


(06.01.2010) "Gezwitscher" bei www.wer-kennt-wen.de

Walburga: Haben die Frauen von der "Danserey Altweilnau" doch gestern abend gefragt, wer denn nach meiner Wanderung in Potsdam auf mich warten wird. Interessante Frage!

Connie: Tja, wer wohl? Der lange Strumpfstricker iss ja nu schon dod...

Walburga: Huhu Connie! Und weil hier in der Zeitung der Artikel unter "Adieu Treisberg ..." stand, wurde ich auch gefragt, ob ich überhaupt zurück komme.

Connie: Ei, das ist aber auch spannend! Wir gehn ja ein Stück des Wegs mit, spätestens dann kannst du das Geheimnis ja lüften. Adieu Treisberg, och jeh. Da fehlt ja was!

Walburga:  Nur keine Hektik, Connie. Ob Du's glaubst oder nicht, es ist sogar für mich ein Geheimnis. Woher soll ich wissen, wer oder was mir alles unterwegs begegnet.


(08.01.2010) Neben gutem Schuhwerk war mir immer die Auswahl meines Gepäcks besonders wichtig. Ganz am Anfang hatte ich noch die romantische Vorstellung mit einer Kiepe auf die Wanderschaft zu gehen. Dieses Bild habe ich jedoch schnell aus meinen Träumen verbannt. Viel zu schwer! Und ich denke, dass auch die "Jeannette Beckerin" - wenn sie die Möglichkeit gehabt hätte - praktische Aspekte vor authentische gestellt hätte.

Meine Tochter Maria hatte mir ihren Trekking-Rucksack, mit dem sie vor einigen Jahren in Kroatien unterwegs war, angeboten. Kurz vor Weihnachten, als sie umzog, landete er dann auch bei mir ... aber, er passte nicht. Obwohl ich schon einige Kilo beim Training verloren habe, ist das Becken-Gestell (es ist leider keine flexible Gurthalterung) zu schmal für meine Figur. Außerdem ist es ein sehr schweres Exemplar.

Also machte ich mich auf die Suche nach einem neuen Rucksack. Gern hätte ich ihn bei einem örtlichen Händler gekauft. Nicht nur aus regionalwirtschaftlichen Aspekten, auch weil ich dann ganz einfach probieren und anpassen könnte. Aber Pustekuchen! Im Geschäft stand ich vor einer leeren Regalwand. Man erklärte mir, dass alle Rucksäcke in ein Zentrallager zurückgegeben wurden. Erst Ende Februar würde die neue Saison beginnen.

Also bestellte ich mir bei einem Internet-Versand verschiedene Modelle in verschiedenen Größen zur Probe. Überrascht wurde ich dabei von der Schnelligkeit. Am 29.12. bestellt und am 31.12. (Silvester) geliefert. Ich entschied mich dann für einen Deuter ACT 50 +10. Ausschlaggebend war für mich, dass es das leichteste Modell gewesen ist (1,5 kg) und das Volumen variabel ist. Da ich noch keine versierte Langstreckenwanderin bin, kann ich über die Details bei den Trageeigenschaften wenig sagen. Aber wenn ich demnächst mit dem Lasttraining beginne (sobald das Schnee-Chaos nachlässt), kann ich ja über meine Erfahrungen irgendwann berichten.

Der Rucksack wurde zu einem Preis von 139,95 Euro bei Sportscheck angeboten. Normalerweise hätte mich das Angebot überzeugt, vor allem wegen der superschnellen Lieferung. Ich hab dann aber doch noch mal im Internet einen Preisvergleich gemacht. Und siehe da: Ein Händler bei ebay bot das Modell für 94,95 Euro (versandkostenfrei) an. Das war es mir dann doch wert, dort zuzugreifen. Gestern ist der Rucksack eingetroffen und somit geht der von Sportscheck heute leider zurück.


(19.01.2010) Heute mal ein Beitrag aus meinem Gruppe "Geschichtenwanderung 2010" bei www.wer-kennt-wen.de - Gudrun aus Potsdam, die mir in den Tagen schon viele Hinweise gegeben hat, schreibt:

"Toll. Es wächst. Übrigens sind es von Ferch nach Potsdam keine 32 km, es sei denn, du gehst einmal um den See.  Eins, zwei, drei Pilgererfahrungen: Nie am letzten Haus vorbeigehen, wenn die Wasserflaschen nicht gefüllt sind. Rasten auf Friedhöfen an Mauern unter hohen Bäumen auf Bänken, nahe der Wasserleitung, ist himmlisch. Stündlich rasten, Gepäck abnehmen, Schuhe aus, Füße lüften, ab und an, die Gurte neu einstellen.
Und wieder mein Tipp: Hirschtalgsalbe, vorher, nachher, unterwegs. "


Ups, das kam mir doch auch schon immer so komisch vor. Schließlich kenne ich die Gegend. Doch ich hatte wirklich gedacht, vielleicht führt der Europäische Fernwanderweg ja an verschiedenen Sehenswürdigkeiten vorbei und deshalb ist es so lang. Und ich hatte die Angaben doch im Internet gefunden, hier:

http://www.fernwege.de/d/e11/brandenburg/006/skizze/index.html

Und jetzt ist es mir aufgefallen. Bei beiden Etappen (nach Ferch und nach Potsdam) wird die gleiche Karte angezeigt, die in Lehnin beginnt und in Potsdam endet. Die Etappen sind also zusammen 32 km lang.

Somit habe ich jetzt eine Etappe eingespart, indem ich die 21. Etappe etwas verlängert (Unterkunft in der Springbachmühle ist gebucht) habe. Die 22. Etappe wird dann auch über Ragösen hinaus bis etwa Golzow/Lehnin führen. Dort komme ich dann wahrscheinlich schon bei Familienangehörigen unter.


(30.01.2010)

Nachdem ich nun schon einige Tage auf dem "Stuben-Fahrrad" trainieren musste, hatte ich heute etwas Abwechslung ... Schneeschippen war angesagt ... tonnenweise nassen Schnee, den der Schneepflug der Gemeinde auf den Gehweg geschoben hatte, habe ich über den Gartenzaun gehievt. Und es schneit schon wieder heftig ...


(14.02.2010) ... nicht gleich um die ganze Welt, aber 500 km sind ja auch schon was. Und so sehr ich mich sonst über einen richtigen Winter gefreut hätte, in diesem Jahr kann ich ihn überhaupt nicht gebrauchen. Ich befürchte, dass ich bis zum Start einfach zu wenig Gelegenheit zum Lauftraining bekomme. Der Schnee liegt so hoch, dass ich in dieser Woche teilweise bis zu den Oberschenkeln stecken geblieben bin und die Wanderung abbrechen musste. Es ist eigentlich kein Wandern, es ist wie Wassertreten im Schnee. Für eine Strecke, die ich sonst in 45 Minuten bewältigt habe, brauche ich inzwischen 80 Minuten. 

Bei jedem Schritt weiß ich nicht, wie weit meine Füße einsinken werde. Am Mittwoch hatte ich noch Glück, die Oberfläche war gefroren, aber dann kamen 20 cm Pulverschnee obendrauf. Und es schneit heute schon wieder. Die Anstrengung bergauf ist sicherlich vergleichbar mit Gepäck ... nur, dass die Schultern nicht schmerzen ... denn den Rucksack noch zusätzlich mitnehmen, das erspare ich mir.


(28.02.2010)
In 66 Tagen geh ich auf Wanderschaft,
In 66 Tagen mit Mut und auch mit Kraft,
In 66 Tagen, die Begeisterung ist groß,
In 66 Tagen, da geht es endlich los!


(10.03.2010) Heute habe ich einen lieben Brief aus Eschbach erhalten. Margot Becker schickte ihn mir mit Dokumenten zur Legende um den "Langen Strumpfstricker". Es sind Bilder von den Aufführungen an den Eschbacher Klippen vor über 60 Jahren, verschiedene Varianten der Erzählung und auch das Bild eines Gardisten. Letzteres stammt aus einem Werbeblättchen der Wurstfabrik "Herta-AG". Die Firma machte damit vor Zeiten Werbung für eine ihrer Würstchensorten, eben den "Langen Kerls".

Ich freue mich riesig über dieses Geschenk!


(24.03.2010) Immer noch gibt es ja genügend offene Termine für Veranstaltungen an den einzelnen Etappenorten. Im Laufe der etwas komplizierten (aber nicht unangenehmen) "Verhandlungen" mit den Interessenten in Butzbach-Ostheim hat sich noch eine weitere Variante ergeben ...

Dort ist man nämlich ggf. an einem Training interessiert. Die genauen Vorstellungen kenne ich nicht, doch ich könnte auf jeden Fall Vorträge oder Workshops zu folgenden Themen durchführen:

* Wie lese ich ausdrucksstark vor bzw. erzähle für Kinder?
* Wie kann ich eigene Geschichten erfinden oder eine Geschichten-Erfinder-Werkstatt 
  organisieren?
* Wie kann ich in Vorträgen und Präsentationen erzählerisch begeistern und überzeugen?
  (auch für geschäftliche Bereiche!!!)

Wenn da also jemand Möglichkeiten hat, mich zu empfehlen, dann bin ich sehr dankbar!


(31.03.2010) Vergangene Woche habe ich mir das OK von meinem Hausarzt geholt: War in Trainingskleidung dort und wenn das nicht gewirkt hat ;-) Ich bin fit "wie ein Turnschuh". Alles OK, neue Ration der Schilddrüsen-Hormone bekommen. Somit steht dem Start am 05.05.2010 nichts mehr im Weg. Und hier der Wanderplan für die 1. Etappe:

09:00 Start Treisberg
ca. 10:15 Merzhausen Rauschpennhalle (kurze Rast)
ca. 11:30 Wilhelmsdorf Bahnhof
ca. 13:00 Eschbacher Klippen (kurze Rast)
ca. 14:00 Butzbach-Maibach
ca. 15:30 Butzbach-Münster
ca. 16:30 - 17:00 Butzbach-Ostheim

In Ostheim ist ein Erzählabend in der Bücherei geplant.


(07.04.2010) Das Foto hab ich gestern mit meinem Handy aufgenommen. Es zeigt einen Wegweiser in Form einer "Eisernen Hand". Er steht oberhalb von Elkershausen auf dem Weg, den ich am 30.04. nach Freienfels gehen werde (sozusagen mein Prolog für die Geschichtenwanderung).

Heute hab ich auch meine Wanderkarten komplettiert. Die letzte Übernachtung werde ich auch gleich noch buchen (für den Fall, dass mich eine bereits zugesagte private Übernachtung doch noch platzt).


(13.04.2010) Gestern habe ich mit meiner Schwester telefoniert. Als wir auf die bevorstehende Wanderschaft zu sprechen kamen, fragte sie: "Und hat Bernd da keine Angst um Dich?"

"Nö," war meine Antwort, "andere Menschen äußern schon Befürchtungen, er niemals."

"Schon komisch ..." meinte meine Schwester zurück.

Vielleicht mag mancher denken, dass mein Mann ein wenig gleichgültig ist. Doch das glaube ich nicht. Mich wundert es auch nicht, dass er sich keine Sorgen macht. Es ist für mich wieder einmal der Beweis seines grenzenlosen Vertrauens. Er hat erlebt, wie ich mich vorbereitet habe. Er weiß, dass ich alles schaffen kann, was ich mir vornehme. Und wenn er sich wirklich Sorgen machen würde, dann ließe er mich das nicht merken. Warum nicht?

Weil er mich nicht verunsichern will. Weil er weiß, wie wichtig es für mein eigenes Vertrauen ist, dass er hinter mir steht. Weil er spürt, dass ich nicht gehen könnte, wenn ich wüsste, mein Mann sorgt sich.


(16.04.2010)
... mein Wollumhang (ähnlich wie der im Link, nur mit Brettchenborte) so praktisch für die Wanderung ist und hab ihn auch schon regenerprobt.
... gestern meine neuen Erzähler-Visitenkarten von www.diedruckerei.de gekommen sind. Es ist wie ein Geschenk im Märchen: Der Preis von 3,95 Euro für 500 Stück inkl. Versand in einer TOP-Qualität (dickes Papier, kräftige Farben und mattglänzend). Eigentlich sollte die Rückseite mit Werbeaufdruck des Anbieters sein, aber das wurde wohl versehentlich vergessen.
... meine Übernachtung auf der ersten Etappe kostenlos sein wird. Frau ten Oever hat mich zu sich ins Haus eingeladen! DANKE!
... ich in Mücke nicht alleine erzählen werde! Eine frischgebackene bayrische Goldmund-Erzählerin - Bettina Hackelsperger - wird auf ihrer Harley ins Hessenland kommen. Ich bin schon ganz kribbelig!
... Connie Albers und Dagmar Weyerhäuser haben sich für die Etappe nach Coswig angekündigt. Hotel ist gebucht ... O-Ton Dagmar:  "Jetzt hast Du uns auf dem Hals." ;-)


(21.04.2010) ... und heute erschien im Usinger Anzeiger der Vorbericht zu meiner Wanderung.
Einen kleinen Versprecher hatte ich allerdings bei dem dazugehörigen Interview. Der "lange Becker" soll nicht 6 Fuß 8 Zoll, sondern 6 Fuß 3 Zoll groß gewesen sein (was einer Größe von ca. 1,96 m entspricht).

Und was soll ich sagen ... prompt bekam ich heute doch auch wieder einen Anruf von Margot Becker aus Eschbach. Sie "brennt" auch schon darauf, mich auf meiner 1. Etappe an den Eschbacher Klippen kennen zu lernen. Und nun überraschte sie mich mit der Ankündigung, den Hauptdarsteller der Aufführung von 1947 mitzubringen, wenn es dessen Gesundheit erlauben würde. Ich fühle mich so geehrt!

In meiner Gruppe "Geschichtenwanderung 2010" bei "wer-kennt-wen" hat mich Connie Albers heute mit diesem Beitrag überrascht:

Erzähl doch mal, wie du dir so einen Tagesablauf vorgestellt hast.
Also, ich meine, morgens nach dem Frühstück in einem Ort. Was packst du in deinen Rucksack? Nimmst du Proviant vom Frühstücksbüffet mit oder kaufst du unterwegs ein. Ich stelle mir immer vor, wie du so ganz alleine durch Wälder streifst, ab und an mal an einer Ortschaft vorbeikommst, dich am Dorfbrunnen erfrischst und den Menschen, die du dort triffst, deine Geschichten erzählst. Aber was hast du in deinem Rucksack oder in deiner Kiepe, Klamotten für 4 Wochen?
Und läufst du durch Wald und Feld oder nimmst du die Landstraße? Woher weißt du, dass die Wege, die du gehen willst, auch frei sind? Bin nämlich heute durch den Wald und unter einem umgestürzten Baum durchgekrochen.
Sicher hast du ein Handy dabei. Welche Nummer wählst du, wenn du dich verlaufen hast, dir einsam wird oder dich das Heimweh überfraut?
Hach, Fragen über Fragen, erzähl doch mal!!

Tja, und dann bin ich wirklich ins Erzählen gekommen ... wer nachlesen möchte, ist herzlich willkommen in diesem Informations- und Austauschforum. Solltet Ihr noch nicht Mitglied bei "wer-kennt-wen" sein, dann lasst Euch von mir oder einem anderen wkw-Mitglied einladen. Bitte denkt daran: Eine Freischaltung für die wkw-Gruppe kann ich Euch nur geben, solange ich noch nicht los gewandert bin! (Unterwegs werde ich nicht online sein)


(24.04.2010) ... und die Befestigung meiner Schaffell-Tasche mit dem Kamishibai am Rucksack hat mir heute etwas Kopfzerbrechen bereitet. Doch ich möchte das Tischtheater unbedingt mitnehmen. Doch die Tasche über die Schulter zu hängen, behindert mich zu sehr beim Laufen. Nun hoffe ich sehr, dass die Verschnürung mit Hilfe eines Gürtels hält.

Doch es gibt auch etwas sehr, sehr Erfreuliches: Frau Lepper vom Hotel "Zum Stern" in Oberaula lädt mich zu einer kostenlosen Übernachtung - auch ohne fest verabredete Veranstaltung - in ihrem Hause ein. Ich bin wieder einmal so begeistert und sicher werde ich erzählen ... spontan!


(03.05.2010) Am vergangenen Freitag bin ich also los und habe mal getestet, ob ich 30 km am Stück und mit vollem Wandergepäck laufen kann. Ich hatte Glück - das Wetter war genau richtig. Es war nicht zu warm und sonnig. Auf den Höhen wehte ein kräftiger Wind, gegen den ich mich manchmal ganz schön stemmen musste. Aber es lief alles ausgezeichnet.

Ich hatte mir die Zeit gut eingeteilt. Zu Beginn lag ich noch unter meiner Vorgabe, obwohl ich nicht sehr schnell lief. Nach etwa 2 km musste ich mir zwar die Rückenlänge meines Rucksackes neu einstellen, aber sonst gab es keine großen Probleme ...

ähm, wenn man davon absieht, dass es sehr schwer ist, einen 13 kg schweren Rucksack alleine aufzusetzen. Ich nahm mir vor, künftig darauf zu achten, dass ich eine Bank oder ähnliches zu Hilfe habe.

Eines habe ich noch beim Laufen mit Gewandung bemerkt. Das Kleid sollte nicht zu lang sein und die Säume nicht "hakelig" ... zweimal blieb der HINTERE Saum meines Kleides an den Haken meiner Wanderschuhe hängen. Und dann geht mal mit dem Gewicht des Rucksacks in die Knie, um das Malheur zu beseitigen, ohne Euch groß bewegen zu können

Ein Erlebnis hatte ich in Wolfenhausen. Dort war ich dann zur Mittagszeit, etwas hungig und hatte den letzten großen Anstieg vor mir. Ich suchte den dortigen Metzger auf, um ein Fleischkäse-Brötchen zu kaufen. Mit der Aussicht darauf wollte ich mir ... sozusagen wie man einen Esel mit der vor dem Maul hängenden Möhre lockt ... das ganze "schmackhaft" machen.

Natürlich weckte ich in meinem Aufzug die Neugier im Laden. Ob ich nach Freienfels unterwegs sei. "Ja!"

Dass ich ja Glück hätte mit dem Wetter und auch das bejahte ich. Und auch die Frage, wo ich herkäme, habe ich beantwortet, was ein anerkennendes Nicken und entsprechende Bemerkungen hervor rief. Als ich dann aber erwähnte, dass dies nur die Probe für eine noch größere Wanderung wäre ... und erzählte, da wurden die Augen so groß wie die Presskopf-Würste in der Auslage

Und dann meldete sich der Metzger-Meister zu Wort:

"Wo ist denn Ihr Mann?"
"Der ist zu Hause und betreut unseren Sohn."

Ungläubiger und überraschter konnte ein Blick nicht sein. Also fügte ich hinzu:

"Ich brauche auch keinen Mann ..."
"Ach sie brauchen keinen Mann?"

Ich vermutete, dass ich gerade in eine bestimmte Schublade gesteckt. Also fürte ich den Satz zu Ende:

"... auf der Wanderung brauche ich keinen Mann, sonst natürlich."

Ob diese Worte auf den richtigen Boden gefallen sind, weiß ich nicht. Aber eine der Verkäuferinnen fragte noch, wo denn die anderen sind, die mitwandern. Und als ich sagte, es gäbe keinen, stand ihnen der Mund offen ...

... übrigens, ich bin den Berg mit dem Fleischkäse-Brötchen spielend hinauf gekommen ...

Auf den letzten 2 km wurde ich dann noch von Babs, einer lieben Freundin, begleitet. Sie hatte es mir fest versprochen und gehalten, obwohl sie normalerweise krankheitsbedingt überhaupt nicht "gut zu Fuß ist". Doch es war mir eine wirkliche Unterstützung, sie dabei zu haben!!! 

Erzählt habe ich in Freienfels auch viel ... nicht nur für meine beiden kleinen Ritter Felix und Jan, für Teresa und die liebe Familie Belzer (die genau zum richtigen Zeitpunkt am Stand von Denjas Leckereien waren, wo ich am Samstag nachmittag als Erzählerin angekündigt war) ... am Freitagabend vor und nach dem sehr angenehmen, feierlichen und familiären Beltane-Ritual bei Rudek's Anamchara ... und am Samstag abend im Lager der Ursellis Historica. Dort weilten der "Wächter der Hayner Burg" mit seiner Gemahlin und Gefolge als Gäste. Und was soll ich sagen: Beim Geschichtenerzählen werden sogar ganz harte und rauhe Ritter butterweich ...

... und eigentlich schon sehr müde Geschichtenerzählerinnen wieder wach Es war jedenfalls weit nach Mitternacht, als ich Sonntag morgen auf mein Feldbett kroch.

Das Wandern ist Walburgas Lust
Das Wandern ist Walburgas Lust
Das Wa-han-dern.
Das würde nicht Walburga sein,
wenn niemals fiel' das Wandern ein,
wenn niemals fiel' das wanndern ein,
Das wa-han-dern.
Das Wa-ha-ha-ha-ha-han-dern
Das Wa-ha-ha-ha-ha-han-dern
Das Wa-han-dern, das Wa-han-dern, das Wa-han-dern.

Vom Wasser hat sie es gelernt,
Vom Wasser hat sie es gelernt,
Vom Wa-has-ser.
Nach Freienfels sie gewandert kam,
Das Weiltal hat's ihr angetan,
Das Weltal hat's ihr angetan,
Ihr an-ge-tan.
Beim Wandern fühlst du dich so frei.
Walburga, unsre Seanachai*, Walburga, unsere Seanachai*,
Du bist so frei.

Nun soll' nicht mehr nur der Taunus sein,
Ganz Deutschland will bewandert sein,
Be-wan-dert sein.
Du nimmst dein Herz fest in die Hand,
Du kleidest dich in dein Gewand
und läufst zu Fuß durchs ganze Land
Im Mittelalter-Gewand.
Und wir bewundern Deinen Mut
und bitten Dich: Sei auf der Hut,
dann geht bestimmt auch alles gut,
Ja: Alles gut.

Das Wandern ist Walburgas Traum
Das Wandern ist Walburgas Traum
Walburgas Traum.
Drum geht sie jetzt von Ort zu Ort,
erzählt Geschichten hier und dort,
erzählt Geschichten hier und dort,
an jedem Ort.
Walburga, unsere Seanachai*,
Nun wandre los und fühl' dich frei,
Nun wandre los und fühl' dich frei,
Jetz im (schönen) Mai.

* Seanachai = irisch-keltischer Storyteller, Geschichtenerzähler
(von den Iren ausgesprochen Shan-ein-heen)

Dieses Lied haben mir dann am Sonntag nachmittag liebe Freunde (u. a. von den Reifenberger Härmleins, die Danzerey Altweilnau, Tanzgruppe Stante Pede und andere Besucher der Freienfelser Ritterspiele) live und a capella zum Abschied gesungen.

Es war ja von Andrea Rudek schon lange angekündigt, dass sie mich in Freienfels offiziell verabschieden wollten. Was ich dann aber gestern erlebte, war doch überwältigend für mich ... irgendwie hatte es sich schon angekündigt, mir wurde ab Mittag so drückend auf der Brust, ich konnte nichts mehr essen, eine seltsame Erwartung machte sich breit. Sie sangen dieses und noch ein weiteres Lied (das Andrea erst während der Freienfelswoche nach einer irischen Melodie geschrieben hatte und das die Geschichte des "Langen Strumpfstrickers" erzählt). Ich bekam Geschenke ... einen Anhänger mit dem Reifenberger Wappen, auf dem alle unterschrieben haben (Er hängt schon an meinem Rucksack) sowie eine Wegzehrung (Brot, Salz, Speck, Apfelringe und Nüsse) ...

Gudrun Bausch war extra deswegen gekommen und hatte Waffeln für alle mitgebracht. Der selbstgemachte naturtrübe Met von Andrea und Ronald Rudek mundete vorzüglich.

Ach, wie hab ich alle einzeln gedrückt! So viele liebe Wünsche werden mich auf der Wanderschaft tragen.


(04.05.2010) Dankbar verneige ich mich für die vielen Glück- und Segenswünsche, die ich zu meiner Wanderung erhalten habe. Sie werden mich begleiten und tragen.

So verabschiede ich mich morgen von allen lieben Menschen hier und freue mich auf neue Begegnungen und schöne Stunden.